Das St. Paulus Stift hat gemeinsam mit der Kunstschule Villa Wieser ein inklusives Kunstprojekt gestartet, dass Gemeinschaft, Kreativität und Identität in besonderer Weise verbindet. Unter dem Motto „Magie ist unser Leben“ entsteht derzeit ein großformatiges Gemeinschaftskunstwerk, das von Menschen mit Behinderungen zusammen mit professionellen Künstlern und Dozenten gestaltet wird. Das fertige Werk wird künftig im Foyer des St. Paulus Stifts präsentiert.
Partizipation von Anfang an.
Besondere Bedeutung gewinnt das Projekt durch die enge Einbindung der Bewohner in alle Entstehungsschritte. Die Bewohnervertretung wählte das Motto „Magie ist unser Leben“, das anschließend als Impuls für eine große Beteiligungsaktion im Haus diente. Rund 180 Bewohnerinnen und Bewohner waren eingeladen, sich kreativ einzubringen – sei es durch Zeichnungen, farbige Gestaltungen oder persönliche Aussagen darüber, was „Magie“ in ihrem Leben bedeutet. Die Künstler Francesco Jorio und Claudia Bast sichteten alle Einsendungen und entschieden sich, das Bild eines Bewohners als zentrales Element in das Gemeinschaftswerk zu integrieren. Darüber hinaus fließen Eindrücke aus historischen Fotoaufnahmen der Gründerzeit mit Jakob Friedrich Bussereau und den Schwestern der Kongregation des Hl. Paulus in die Gestaltung ein.
Magie, Geschichte und Gemeinschaft werden sichtbar
Neben dem Gründer und dem Mutterhaus werden im fertigen Kunstwerk auch Themen dargestellt, die das Leben im St. Paulus Stift prägen – darunter Feste, Feiern und Musik. Alle Elemente werden durch den bis heute gültigen Leitspruch Bussereaus „Allen alles“ verbunden.
Startschuss für die kreative Umsetzung
Der praktische Teil des Projekts begann mit einem Workshop-Tag am Freitag, den 13. März 2026. Die St. Paulus Stiftler gestalteten unter fachmännischer Regie des Künstlers Francesco Jorio zunächst die vier großen, jeweils 1 x 1,5 Meter umfassenden Gipsfaserplatten mit Acryl-Farben, die den Hintergrund des späteren Kunstwerks bilden. Die Beteiligung war groß, die Freude am gemeinsamen Tun spürbar. Rund 40 Bewohner ließen es sich nicht nehmen, bei der Schaffung dieses bleibenden Kunstwerks aktiv dabei zu sein. Im Anschluss werden die Platten in der Villa Wieser von den beiden Künstlern weiterbearbeitet – Schicht für Schicht, Strich für Strich. Im nächsten Schritt wird das Bewohner-Motiv integriert, bevor die historischen und thematischen Elemente vervollständigt werden.
Ein Projekt, das verbindet
Das Kunstprojekt wird durch Spenden möglich gemacht, beide Künstler erklärten sich zudem bereit durch das Spenden eines Teils ihres Honorars ebenfalls einen Beitrag zu leisten. Parallel zur Entstehung des Werkes wird auch der Eingangsbereich des St. Paulus Stifts neugestaltet, sodass das Kunstwerk künftig in einem einladenden Umfeld präsentiert werden kann. „Kunst ist für alle Menschen da und dieses Projekt direkt bei uns im Ort verbindet Menschen, fördert Kreativität und stärkt das Wir-Gefühl unserer Gemeinschaft“, heißt es aus beiden beteiligten Institutionen. „Wir freuen uns auf ein Kunstwerk, das nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar die Vielfalt und Lebendigkeit unseres Hauses widerspiegelt“, betont Natascha Lettner, Geschäftsbereichsleiterin des zur Jacob Friedrich Bussereau Stiftung gehörenden Hauses. Die offizielle Einweihung des inklusiven Gemeinschaftswerks ist für das Sommerfest am 28. Juni geplant. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.



